aktuelle ms-studien

Fingolimod (FTY720)

Fingolimod ist ein neuer oraler Wirkstoff zur Therapie der schubförmigen MS, dessen Wirkung auf einem neuartigen Prinzip beruht: Es verhindert, dass potenziell schädliche Immunzellen aus den Lymphknoten in die Blutbahn gelangen. Dadurch können diese nicht zur Entstehung von Entzündungen im zentralen Nervensystem beitragen, die für einen Großteil der Krankheitserscheinungen bei MS verantwortlich gemacht werden. Zudem zeigen weitere Untersuchungen, dass der Arzneistoff auch direkt mit Zellen des zentralen Nervensystems reagiert, wo er möglicherweise eine schützende Wirkung entfaltet.

Daclizumab

Bei der MS spielen autoreaktive T-Zellen eine wichtige Rolle. Die Aktivität dieser Zellen wird unter anderem durch den Botenstoff Interleukin-2 (IL-2) verstärkt. Daclizumab, ein monoklonaler Antikörper, blockiert diesen Signalweg. Insgesamt könnte so die Entzündungsaktivität bei MS-Patienten reduziert werden. In einer kleinen Phase II Studie (CHOICE) traten unter Daclizumab deutlich weniger Kontrastmittel-Herde in der Kernspintomographie auf als unter Placebo. 

Teriflunomid

Teriflunomid ist eine weitere in klinischer Entwicklung befindliche Substanz gegen MS in Tablettenform. Es entfaltet seine Wirkung über eine Hemmung von aktivierten Immunzellen, die eine Entzündung verursachen und zur Zerstörung der Myelinscheide der Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark führen. Teriflunomid ist ein Abkömmling von Leflunomid (Arava), das bei der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis in den USA und Deutschland bereits zugelassen ist.